Sonnige Tage an der Küste

Nach unserem gemütlichen Weihnachtsfest in Mindo zog es uns zu einem Strandurlaub an die Küstenorte Puerto López und Mompiche. Rebecca und ich verbrachten sieben abenteuerliche sowie entspannende Tage dort, während Sarah ihrer Mutter Mindo zeigte.

Die Hinfahrt war wie zu erwarten unglaublich lang (14h Busfahrt!), aber ich erleichterte sie mir, indem ich Podcasts und Musik hörte, an meinen Neujahrsvorätzen feilte und las. Als wir endlich in Puerto López ankamen waren wir super erschöpft, freuten uns aber über das nette Hostel mit eigenem Pool und das süße, von einem echten Italiener geführte Restaurant um die Ecke.

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Egal wo man auf der Welt ist:  italienische Pizza mit Rotwein ist immer unschlagbar.

Nach einem für die Küste typischen Frühstück am nächsten Morgen, welches aus Rührei, Weißbrot mit Marmelade und einem frittierten Ball aus Kochbanane bestand, machten wir uns mit einem Mototaxi (oder auch Tuk-Tuk) auf den Weg zum Nationalpark Machalilla. Hier wanderten wir auf einem Weg, welcher atemberaubende Ausblicke und verschiedenste versteckte, besondere Strände bot.

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Unendliche Ausblicke.
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Intensive Farben.
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Einsame Strände.

Wir bekamen gar nicht genug von der ganzen Schönheit, die uns umgab, und waren durchgehend am schwärmen. Die letzte Station der Wanderung, die wir schließlich mit einem starken Sonnenbrand im Nacken erreichten, war der Strand Playa de los Frailes. Hier gab es leider deutlich mehr Menschen als an den bisherigen Stränden, dafür war der Strand aber perfekt zum Schwimmen, da es, anders als an den anderen, keine Seeigel oder Krebse gab. Wir kühlten uns im klaren, türkisen Meer ab, ließen uns von der Sonne trocknen, machten Yoga und lasen. Spät nachmittags kehrten wir nach Puerto López zurück und betrachteten dort mit zwei Salsalehrern, die wir gerade kennengelernt hatten, unter Palmen sitzend, den Sonnenuntergang.

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Für den nächsten Tag buchten wir eine Tour zur Isla de la Plata (Silberinsel), die aufgrund ihrer angeblichen Ähnlichkeit, aber deutlich günstigeren Besichtigungsgebühr, auch Galapagos für Arme gennant wird. In Wirklichkeit war sie mit einer Galapagos-Insel kaum zu vergleichen, aber trotzdem auf jeden Fall einen Ausflug wert. Die Insel darf nur mit einem Guide betreten werden und ist komplett unbewohnt, wodurch ich mich bei der Ankunft nach der einstündigen Bootsfahrt ein bisschen wie Kolumbus oder Charles Darwin gefühlt habe. Sie wurde übrigens von Sir Francis Drake erobert.

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Auf der Bootsfahrt.

Wir mussten 15 Minuten warten bis wir dann mit der Besichtigung starten durften, da sich immer nur eine bestimmte Anzahl an Menschen gleichzeitig auf der Insel befinden darf. In unserer geführten Gruppe lernten wir einige weitere Deutsche, eine Koreanerin und ein paar Ecuadorianer kennen. Insgesamt war es für uns in Puerto López sehr ungewohnt, so viel weniger Spanisch und dafür so viel mehr Deutsch, Englisch und Französisch zu hören, da man in Mindo ohne Spanisch so gut wie gar nicht weiterkommt. Auf dem geführten Spaziergang über die Insel hatten wir die Möglichkeit, seltene Vogelarten, darunter Blaufußtölpl, zu beobachten und der Ausblick auf die Klippen und das Meer war fantastisch.

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Ein Blaufußtölpl.

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Außerdem erklärte uns der Guide viel zur Flora und Fauna auf der Insel. Danach ging es zum Mittagssnack auf das Boot und wir fuhren an eine ruhigere Stelle, wo wir riesige Schildkröten beobachten konnten und eigentlich auch schnorcheln hätten können. Leider sah man aufgrund des vielen Windes wenig; trotzdem war die Abkühlung im unglaublich klaren Wasser angenehm.

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Am letzten Tag besuchten wir morgens den Fischmarkt und dann ein altes Dorf names Aguas Blancas, das bekannt für seine mehrere Tausend Jahre alten Ausgrabungen und seine heilsamen Gewässer ist.

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Trubel auf dem Fischmarkt.

Dort bekamen wir eine Führung, bei der wir die Überreste der Indigenen selbst und die ihrer Häuser, Werkzeuge usw. zu sehen bekamen.

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Im Anschluss badeten wir im Schlammsee und verpassten wir uns Gesichtsmasken.

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Nachmittags gönnten wir uns am Strand von Puerto Lopez noch ein paar Cocktails und lasen.

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Cocktailbars am Strand.

Den zweiten Teil unseres Urlaubs verbrachten wir in Mompiche, dem kleinen, alternativen Fischerdorf am Strand, das wir schon einmal im Oktober besucht hatten und von dem wir schon da so begeistert waren. Die erste Hälfte der Busfahrt ging direkt an der Küste entlang und war deshalb sogar schön, die zweite umso langweiliger.

 

In Mompiche machten wir ebenfalls eine Bootstour zu einer naheliegenden Insel, die uns aufgrund der Partystimmung ein wenig an Mallorca erinnerte.

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Auf der Insel Portete.

Außerdem fuhren wir durch die Mangroven. Das war eine super schöne Erfahrung und wir fühlten uns ein bisschen wie in Thailand.

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Durch die Mangroven.

Außerdem nahmen wir Surf-Unterricht. Unser Hotelbesitzer bot diese an und es machte riesigen Spaß. Das ganze hatte einerseits etwas meditatives, da man auf dem Brett liegend immer eine Weile das Meer beobachten und auf eine gute Welle warten muss. Andererseits ist es aber auch actionreich, wenn man dann wenn die Welle kommt sehr schnell aufstehen und trotzdem das Gleichgewicht halten muss. Natürlich sind wir noch totale Anfänger, aber es war leichter als ich es mir vorgestellt hatte und Rebecca und ich sind ganz enthusiastisch und motiviert, dieses Hobby in kommenden Urlauben weiterzuführen.

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Begeistert nach der ersten Surfstunde.

Ansonsten entspannten wir mit Meerblick in den Hängematten auf der Terrasse des Hostels, aßen in guten Restaurants, lagen am Strand und feierten am 31. natürlich Silvester. Diese Nacht war ein weiteres Highlight. Wir machten uns schick und gingen wir richtig lecker essen.

Dann stießen wir zu anderen Freiwilligen aus Österreich und Deutschland an den Strand, tranken dort Bier und Wein und unterhielten uns gut. Um 12 Uhr sprangen wir alle nackt ins Wasser und beobachteten das Feuerwerk. Dann tanzten wir mit einer Gruppe von Yogis zu unterschiedlichsten Liedern, von Salsa bis 80s Pop. Irgendwann war der ganze Strand voll und man lernte bei der lockeren Atmosphäre viele coole Leute kennen.

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Wir waren richtig traurig, als wir Mompiche verlassen mussten, aber auch glücklich, als wir im grünen Mindo ankamen und Sarah wieder sahen. Es kam uns wie eine halbe Ewigkeit vor, dass wir uns nicht gesehen hatten und wir hatten uns gegenseitig so viel zu erzählen!

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Ecuadorianische Weihnachten

Schon lange vor der Weihnachtszeit habe ich mir Gedanken gemacht, wie diese wohl in Ecuador sein wird und dabei ein eher mulmiges Gefühl gehabt. Ohne die Familie, das kalte Wetter und die Traditionen, auf die man sich jedes Jahr seit der Kindheit gefreut hat – da ist Heimweh vorprogrammiert. Zu meiner Überraschung ist dies aber gar nicht eingetroffen. Es war sehr interessant einmal ganz andere, auf eine trotzdem Art schöne Weihnachten zu erleben. Dennoch freue ich mich natürlich darauf, nächstes Jahr wieder ganz traditionell mit der Familie zu feiern.

Begonnen hat die Weihnachtszeit im Projekt mit einem Adventskalender für die Kinder, bei dem jeden Tag drei Kinder ihr Geschenk aus einem mit der jeweiligen Tageszahl beschrifteten roten Stiefel nehmen durften.

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Diese Tradition gibt es eigentlich gar nicht in Ecuador, aber da Salem deutsche Wurzeln hat, wird sie hier praktiziert und die Kinder haben sich umso mehr gefreut. Ich fand es wunderschön zu sehen, wie aufgeregt und wertschätzend sie waren. Dies hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, wie die Kinder in Deutschland oft unzufrieden mit ihren Geschenken sind oder sie als selbstverständlich hinnehmen.

In Salem haben wir außerdem ein großes Cafe Navideño veranstaltet. An diesem Tag war jeder eingeladen, sich unser Projekt anzusehen, weihnachtliche Leckereien und Heißgetränke zu genießen sowie beim musikalischen und künstlerischen Programm zuzusehen und teilzunehmen. Es waren schätzungsweise 200 bis 300 Leute da.

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Unter anderem wurden deutsche Weihnachtsplätzchen verkauft, die ich die zwei vorherigen Wochen täglich mit der Unterstützung von etwa vier Kindern gebacken hatte. Dies war eine Herausforderung, da es schwer war, die Kinder davon abzuhalten zu naschen und alles unter Kontrolle zu haben. Auf der anderen Seite war es super schön zu sehen, wie viel Spaß sie dabei hatten und zu merken, wie ich Tag für Tag ein bisschen mehr Übung darin hatte, sodass ich am Ende alles im Griff hatte und dabei gelassen blieb. Insgesamt buken wir ca. 1300 Plätzchen sechs unterschiedlicher Sorten.

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Stolze Plätzchenbäcker.

Meine Aufgabe war es dann beim Weihnachtscafé die Plätzchen und andere weihnachtliche Spezialitäten, wie Hefezöpfe und heiße Schokolade sowie von den Eltern mitgebrachte Empanadas und Desserts zu verkaufen. Ich war den ganzen Nachmittag beschäftigt, aber dank der Hilfe einer der Mütter nicht überfordert. Es machte mir sogar richtig Spaß, da ich so ein bisschen positiven Stress genieße und mit vielen Menschen ins Gespräch kam, so auch mit anderen deutschen Freiwilligen aus Mindo. Diese stellte sich bei unseren darauf folgenden Treffen als sehr sympathisch heraus.                                                                                                                        Das kulturelle Programm bestand aus Auftritten des Kinderchors, der Jugendband, und der Akrobatik- und Tanzgruppe von Salem.

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Musikalisches Programm der Jugendlichen.

Zudem gab es ein offenes Mikrofon, sodass jeder spontan sein Können präsentieren konnte. Rebecca, Sarah und ich sangen sogar mehrstimmig Stille Nacht auf Deutsch.

Auch innerhalb des Mitarbeiterteams feierten Weihnachten: Wir wichtelten über einen Monat, indem jeder seinem amigo secreto (geheimen Freund) theoretisch jeden Tag ein kleines Geschenk oder eine Aufmerksamkeit bereitete. Ich bin kein großer Fan von vielen kleinen Geschenken, die oft keinen richtigen Nutzen haben und schenkte deshalb lieber seltener etwas. Wir beendeten diese Aktion mit einer Weihnachtsfeier im Haus unseres Chefs. Dort trafen wir uns alle an einem Freitagabend und jeder brachte etwas zu essen oder trinken sowie sein abschließendes Wichtelgeschenk mit. Wir Freiwilligen bereiteten Glühwein und Bratäpfel vor, andere brachten weihnachtliche Gerichte aus Ecuador und Venezuela, wie Gemüsereis und in Bananenblätter gehüllte Teigtaschen und köstliche Salate mit. Wir stießen an, aßen und überreichten unsere Geschenke. Danach war noch Zeit für Unterhaltungen und gemeinsames Tanzen. Die Stimmung war richtig gut!

Am Wochenende vor Heiligabend veranstalten wir noch zwei Tage lang weihnachtliche Ferienspiele. Dabei sollte der weihnachtliche Wert des Teilens betont werden, indem die Kinder selbst ihr Weihnachtsessen kochten, die Geschenke der anderen einpackten und alles dekorierten.

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Eifrige Zubereitung des Weihnachtsessens.

Einerseits finde ich diese Idee sehr passend und mir gefällt die Bescheidenheit, die damit verbunden ist, andererseits wird so dem Weihnachtsfest auch ein bisschen die Magie genommen, da es nicht mehr den typischen Überraschungseffekt gibt.  Das typisch ecuadorianische Weihnachtsessen stellte sich als absolut köstlich heraus.

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Das Weihnachtsessen: Salat aus Äpfeln, Mais, Erbsen und Karotten mit Mayonnaise, Kartoffelbrei, Käse, Tomaten-Zwiebel-Koriander-Salat, Bananenchips und Popcorn – eine komische, aber super leckere Kombi.

Am zweiten Tag besuchten wir ein extrem kleines und abgeschiedenes Dorf etwa eine Stunde von Mindo entfernt. Ich war noch nie an einem Ort mit so armen, aber trotzdem zufriedenen Menschen, die ein absolut anderes Leben als ich führen. Die Menschen dort leben in kleinen Hütten und können oft nicht einmal schreiben. Von den Kindern aus Salem werden die Kinder aus Saloya (so heißt das Dorf) häufig ausgeschlossen oder minderwertig behandelt, genau weil sie eben so anders sind. Dies sollte durch die gemeinsamen Aktivitäten, wie sportliche Gruppenspiele, Schokoladenessen und Apfelessen in Pärchen geändert werden.

 

Danach badeten alle zusammen im Fluss und aßen nach einem kleinen Dankbarkeitsgebet an Mutter Erde ihr Mittagessen. Zum Schluss war Bescherung: Jedes Kind erhielt einzeln sein Geschenk und übergab danach dem nächsten das Seine, begleitet von einer Umarmung. Ich fand dieses Ritual wundervoll.

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Rebecca wird ihr Weihnachtsgeschenk mit einer herzlichen Umarmung überreicht.

Die Geschenke waren T-Shirts mit Salem-Aufdruck und besonders die Kinder aus Saloya packten sie mit riesiger Freude aus und zogen ihre Shirts sofort mit Stolz an.

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Die Kinder und wir Mitarbeiter in unseren Salem T-Shirts.

Heiligabend feierten Rebecca, Sarah und ich zusammen mit Sarahs Mutter, die extra dafür nach Ecuador geflogen war, und zwei weiteren Freiwilligen, die uns über die Feiertage besuchten. Morgens machten wir ein gemütliches Frühstück mit Apfel-Zimt-Porridge und unserem improvisierten Adventskranz. Dann wanderten wir zu einem Wasserfall und gingen schwimmen. An Heiligabend bei 25 Grad in einem Wasserfall zu schwimmen war auf jeden Fall ein komisches, witziges und einmaliges Erlebnis. Abends kochten wir gemeinsam ein 3-Gänge-Menü, bestehend aus Flädlesuppe (Pfannkuchensuppe), Falafel mit Kartoffelbrei, Ofengemüse und Guacamole und Paradiescreme.

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Die Bescherung war sehr minimalistisch, aber die Geschenke sehr bedacht und auf die Personen abgestimmt. Hinterher saßen wir noch lange da, tranken Glühwein, naschten Lebkuchen und Plätzchen und unterhielten uns. Zum Schluss wuschen wir ab und tanzten dabei zu lauten Weihnachtshits.

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Es waren wirklich besinnliche Weihnachten ohne großen Stress um Geschenke und mit dem Fokus auf die ursprünglichen weihnachtlichen Werte.

Nur als wir in Quito waren bekamen wir ein bisschen vom Weihnachtsstress mit, als wir in einem der großen Einkaufszentren waren, wo man sich im Gedrängel der Menschenmassen zwischen der sehr kitschigen Weihnachtsdeko wiederfand.

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Auch die Kirchen waren meiner Meinung nach sehr kitschig und geschmacklos dekoriert und mich irritierten die Schneemänner, die sich die Menschen in ihre Gärten stellten, da dies einfach nicht zu den warmen Temperaturen in Mindo passte.

Abgesehen von diesen paar Kleinigkeiten gefielen mir die ecuadorianischen Weihnachten aber unerwartet gut und ich bin froh, mal diese ganz andere Erfahrung gemacht zu haben.

Weltwärts-Tag in Quito

Letzte Woche fand in Quito ein Treffen aller Weltwärts-Freiwilligen in Ecuador statt. Der deutsche Botschafter lud alle rund 115 Freiwilligen zu sich nach Hause ein und wir verbrachten einen gemeinsamen Tag mit verschiedenen Workshops und Vorträgen. Bei seinem Zuhause handelt es sich aber nicht um ein gewöhnliches Haus. Er wohnt etwas außerhalb von Quito in einer riesigen, modernen Villa innerhalb eines Wohngebiets mit lauter anderen nicht weniger imposanten Häusern.

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An der stark bewachten Einfahrt des Wohngebiets angekommen, wurden wir mit einem neuen BMW x5 zu seinem Haus chauffiert. Dies erinnerte mich an Deutschland , da ich hier in Ecuador kaum Autos dieser Art gesehen habe, geschweige denn darin chauffiert wurde. Nachdem wir uns schon mit einigen Freiwilligen anderer Organisationen unterhalten hatten, wurden wir von der Frau des Botschafters begrüßt, da er auf Reisen war. Dann ging es mit einem ecuadorianischen Frühstück (frittierte Kugeln aus Kochbanane und Käse) und im Anschluss mit dem ersten Vortag über die politische Geschichte Ecuadors los. Dieses Thema hörte sich für uns zunächst eher trocken an, aber der Vortrag war extrem anschaulich und witzig gemacht – anders als der nächste, bei dem es um Gefahren und Sicherheit ging. Dieser war überspitzt und für mich in dem Moment sogar ein wenig angsteinflößend, da es unter anderem um gesundheitliche Probleme durch Lebensmittel ging und dieses Thema nach meinen Problemen mit dem Darm ein eher heikles für mich ist. Nun im Nachhinein bin ich aber der Meinung, dass die Warnungen und Ratschläge der Referentin zu streng waren und die Erfahrung hier vielleicht minimal sicherer machen, aber auch massiv einschränken würden, sodass man seine Zeit hier vor lauter Vorsichtsmaßnahmen garnicht richtig genießen kann.

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Beim Politik-Vortrag im Wohnzimmer des Botschafters.

Außerdem gab es einen Salsa-Workshop, bei dem man ein paar Grundschritte des lateinamerikanischen Tanzes lernen konnte, was super viel Spaß gemacht hat. Dann lernten wir noch etwas über die indigene Kultur der Anden und typische Redewendungen und hatten die Möglichkeit, ein typisch ecuadorianisches Gebäck herzustellen.

Was für mich aber neben den ganzen Angeboten das Zentrale war, war es die unterschiedlichen Leute kennenzulernen, die alle ungefähr im gleichen Alter wie ich sind und gerade ungefähr die gleiche Erfahrung wie ich machen. Es war so interessant von den anderen Orten, Projekten und Erlebnissen zu hören und ich habe auch ein paar Menschen kennengelernt, die ich so sympathisch fand, dass ich mir vorstellen kann auch auf längere Zeit mit ihnen befreundet zu sein.

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Einige der Freiwilligen, die ich kennenlernte.

An den anderen Tagen des langen Wochenendes intensivierten wir die Bekanntschaften, indem wir gemeinsam erneut Quito erkundeten: Wir verbrachten die meiste Zeit in der Altstadt – in alten Buchläden, netten Cafés, auf dem idyllischen Hauptplatz, in kleinen Schokoladengeschäften, auf Märkten, bei tollen Aussichtsplätzen und auf der Terrasse unserer Hostels.

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Einer der Schokoladengeschäfte, in denen hochqualitative ecuadorianische Schokolade verkauft wird. Wir haben uns durch alle Sorten durchprobiert.
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Blick über Quito.
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Eine typische Gasse in der Altstadt.

Zudem war zu dieser Zeit das Festival zur Ehrung der Unabhängigkeit Quitos und in vielen Teilen der geschmückten Stadt fanden Umzüge statt.

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Einer der Feiertagsumzüge.

Mein Zuhause – Mindo

Nun ist ein Viertel meiner Zeit hier um und Mindo fühlt sich immer mehr wie ein Zuhause an. Schon von Anfang habe ich mich sehr wohl hier gefühlt, da dieses vom Nebelwald umgebene Tal mit einer riesigen Biodiversität, seinen netten Bewohnern und den vielen süßen Restaurants und Cafés einfach Charme hat.

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Die Hauptstraße.

Mindo ist ein Dorf mit ca. 5000 Einwohnern, wovon die große Mehrheit unter 20 Jahren alt ist. Das Klima ist mit etwa 25 Grad tagsüber und 15 Grad nachts das ganze Jahr über sehr angenehm. Das Jahr ist in nur zwei Jahreszeiten unterteilt, die Trocken- und die Regenzeit. In der Regenzeit regnet es fast jeden Tag für mehrere Stunden in Strömen. Sie ist normalerweise von Dezember bis Mai; wir haben sie also noch vor uns und müssen die Zeit bis dahin so gut wie möglich ausnutzen.

Die meisten Beschäftigungen, die hier angeboten werden sind nämlich Outdoor-Aktivitäten. Die Natur ist für mich mit Abstand das Aufregendste und Schönste an Mindo. Das Dorf wird komplett von unbewohntem, wildem Nebel-, teilweise Primärwald, eingeschlossen. Hier existieren unterschiedlichste tropische Pflanzen und Tiere.

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Mindo von oben.

In unserem Garten wachsen z.B. Ananasse und Bananen, es ist nicht unüblich im Haus eine haarige Spinne von 5-10 cm Durchmesser zu finden und im Wald gibt es sogar Affen, Bären und Pumas. (Man muss allerdings großes Glück haben um diese zu sehen, da sie sehr scheu sind.) Vor allem die Weitläufigkeit und Unberührtheit der Natur hier finde ich schwer beeindruckend. Deshalb gehen wir häufig wandern oder verbringen auf andere Art und Weise Zeit draußen.

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Rebecca und ich genießen den Blick auf die scheinbar endlose Weite des Waldes mit unserem kleinen Mindo in der Mitte.

Es gibt sportliche Angebote, wie Tubing, Ziplining oder Reiten sowie die Möglichkeit von Besichtigungen unterschiedlicher Fincas. Eine Finca ist ein großes Anwesen mitten in der Natur, auf dem dessen Besitzer lebt und üblicherweise Tiere hält und Pflanzen, Früchte und Gemüse anbaut. Mit einem deutschen Bauernhof ist das allerdings nicht zu vergleichen, eher mit dem Garten Eden.

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Auf einer Finca.
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Einer der zahlreichen Wasserfälle.

Diese Besichtigungen können beispielsweise eine Kaffee- oder Schokoladentour sein, bei der man den Prozess des Anbaus und der Herstellung kennenlernen und auch die daraus gewonnen Produkte kosten darf. Wenn man an der großen Vielfalt der Tiere interessiert ist, ist neben einer Wanderung durch den tiefen Dschungel auch die Besichtigung des Mariposario (Schmetterlingshaus) eine Möglichkeit.

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Im Mariposario.

Auch kulinarisch hat Mindo viel zu bieten. Einerseits sind die hier angebauten und hergestellten Lebensmittel von hoher Qualität, andererseits gibt es für die Größe des Dorfes eine beachtliche Anzahl an Restaurants, Cafés und Bars. Hier kann man typisch ecuadorianisches, aber auch internationales Essen zu niedrigen Preisen mit gemütlichem, meist alternativem Ambiente genießen.

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Unsere Stammbar.
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Ein veganes Restaurant mit einem variierenden, köstlichen Menü.

Insgesamt macht das Dorf einen alternativen Eindruck. Es werden hauptsächlich Ökotouristen angezogen und auch viele Bewohner führen einen nachhaltigen Lebensstil mit großem Interesse an Natürlichkeit und Spiritualität. Außerdem gibt es einen relativ großen Anteil US-amerikanischer Auswanderer.

Es leben hier auf der einen Seite Menschen, die riesige Fincas (300 Hektar) besitzen, welche in den 1970er Jahren an die neuen Siedler verteilt wurden und damit vor allem durch Landwirtschaft viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite wohnen viele sehr ärmlich in Hütten von ca. 15 Quadratmetern mit Blechdächern. Diese Seite bekommen wir besonders durch den Kontakt zu den Kindern in unserem Projekt zu sehen. Für sie gibt es hier wenig zu tun, da für fast alle Aktivitäten (auch Wandern im Wald) ein Eintritt verlangt wird.

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Die andere Seite von Mindo: strömender Regen und weniger schöne Häuser (wobei es noch um einiges schlimmere gibt)

Trotz dieser weniger idyllischen Seite Mindos verliebe ich mich immer wieder in diesen Ort, der so viel Abenteuer und Schönheit zu bieten hat.

Dia de los Muertos und Käsefestival

Die letzte Woche hatten wir zum Anlass des Dia de los Muertos (Allerheiligen) zwei Tage frei und somit ein langes Wochenende.

Am letzten Arbeitstag feierten wir bereits mit den Kindern diesen besonderen Feiertag indem wir Guaguas de Pan (Hefezopf in Form eines Männchens) buken und Colada Morada (ein warmes Getränk, das aus verschiedenen Früchten und Beeren sowie Gewürzen wie Zimt gemacht wird) tranken. Es war super lecker! Insgesamt wird der Dia de los Muertos hier in Südamerika, und vor allem in Mexiko, sehr fröhlich und festlich gefeiert, trotz dem Gedenken an die Toten. Obwohl man auch den Friedhof besucht, ist es  ganz anders als Deutschland, wo an Allerheiligen eher traurige Stimmung herrscht.

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Abends machten wir uns schon auf den Weg nach Quito um dort mit ein paar anderen deutschen Freiwilligen vom Welthaus Bielefeld zu feiern. Wir machten uns auf zum Plaza  Foch, dem berühmtesten Platz Quitos, wenn es um Bars und Clubs geht, wurden aber schwer enttäuscht als wir erfuhren, dass die Clubs an diesem Tag bereits um 12 Uhr schließen würden, zumal wir erst um 11 Uhr angekommen waren. Wir probierten es am nächsten Tag erneut und hatten eine schöne Zeit: Erst Cocktails, dann tanzen. Was hier in den Cubs auffällt ist, dass viel mehr in Paaren getanzt wird und man (als Mädchen) häufiger angesprochen wird, ob man tanzen will. Wir übernachteten in Quito im Aldstadt-Apartment der Großeltern einer Freiwilligen, welche uns mit großer Gastfreundlichkeit aufnahmen.

Am Freitag ging es weiter nach Salinas de Guaranda. Dort fand am Wochenende das jährliche Festival de Queso (Käsefestival) statt. Hier trafen wir alle anderen Freiwilligen, die vom Welthaus aus in Ecuador sind, sowie einige ihrer Projektpartner, die, so wie Sarah, auch aus Österreich kommen. Es war interessant, sich mit Gleichsprachigen über die verschiedenen Projekte und Orte auszutauschen.

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Zwei Jungen mit ihren Alpakas, im Hintergrund die Bühne auf dem Hauptplatz. 

Das Klima in Salinas ist ganz anders als in Mindo. Hier hat es nur wenig über 0° C und es ist sehr neblig, da es auf 3550m Höhe liegt.

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Die für Salinas typische Landschaft.

Es hat sich wie ein Winterurlaub angefühlt, als wir uns nach dem Aufenthalt auf dem Hauptplatz in ein kuscheliges Café oder Restaurant setzten und uns mit einer heißen Schokolade oder in meinem Fall einem Tee am Ofen aufwärmten. Ich hatte nämlich erneut seit Quito Darmprobleme und konnte deshalb leider auch nicht den für das Dorf bekannten Käse genießen. Dieser ist durch seine Schweizer Art in ganz Ecuador einmalig. Abgesehen vom Käse wurde an den vielen Ständen auf dem Platz auch Wein, Schokolade, natürliche Kosmetik und Kleidung aus Alpacawolle verkauft.

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Verschiedene Käsesorten und Wein.

Zudem gab es durchgehend Bühnenprogramm, wozu auch eine große Verlosung gehörte. Zufällig hat dabei einer einer der Welthaus-Freiwilligen, der in Salinas wohnt, ein Schaf gewonnen.

 

Wir besichtigten auch die Salzminen, wonach das Dorf benannt ist (Sal = Salz). Die Löcher, die hier zu sehen sind, sind etwa 2m tief.

Abends wurde außerdem viel gefeiert. Ich war dazu aufgrund meiner gesundheitlichen Situation häufig weniger motiviert, da ich mir (teilweise zu viele) Gedanken mache und mich dies manchmal belastet.

 

Trotzdem bin ich nach wie vor sehr glücklich über meine Entscheidung, dieses Jahr in Ecuador zu verbringen, da es mich auf so viele Weisen erfüllt sowie meinen Horizont und meine Selbstständigkeit erweitert. Besonders in Mindo im Projekt Salem mit Rebecca und Sarah fühle ich mich super wohl, aber auch die vielen Reisen und Erlebnisse außerhalb stärken mich und bringen mir viele neue Erkenntnisse.

Ecuadorianische Speisen und Esskultur

Nun, da ich schon mehr als zwei Monate hier in Ecuador lebe, habe ich schon viele ecuadorianische Speisen probiert und meine Erfahrungen damit gemacht. Im Folgenden gehe ich genauer auf die verschiedenen Tagesmahlzeiten und Sonstiges rund ums Essen ein:

Zum Frühstück werden hier fast jeden Tag Eier gegessen – ob Rührei, Spiegelei oder Tortilla (ähnlich wie Omelette). Dazu gibt es meist süße, weiße Brötchen und frische Früchte.

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Verschiedene Frühstücksoptionen: Pancakes mit Bananen und Schokosirup, Müsli mit Joghurt und Früchten sowie Omelette mit Baguette.

Die Früchte hier sind generell regional, süßer und günstiger. Eine Banane kostet beispielsweise nur 5 Cent. Weitere typische Früchte sind Ananas, Maracuja, Wassermelonen, Äpfel, Zitrusfrüchte aller Art, Kokosnüsse, Avocados und für Ecuador bekannte Früchte, wie Naranjilla (eine der Maracuja ähnlichen Frucht) oder Tomate de árbol (deutsch: Baumtomate; eine weniger süße, rote Frucht mit einer eher mehligen Konsistenz). Aus diesen Früchten werden außerdem gerne frische Säfte hergestellt; gesüßt mit ein wenig Panela, der natürlichsten Form von Zucker, welche vom Zuckerrohr stammt.

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Früchteauswahl in einem der zahlreichen kleinen Läden.

An besonderen Tagen werden hier auch aufwendigere Gerichte, wie US-amerikanische Pancakes gegessen. In ärmeren Familien hingegen gibt es häufig auch wie zum Mittag- und Abendessen Reis mit Bohnen, da dies sehr nahrhaft und günstig ist.

À propos Mittagessen: Dieses fällt bei den Ecuadorianern eher sehr groß aus. Begonnen wird mit einer Suppe, welche meist Gemüse und Käse enthält und teilweise mit Popcorn gegessen wird. Dies ist eine ecuadorianische Eigenart.

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Eine köstliche Kartoffelsuppe mit Avocado und Käse.

Dann gibt es jeden Tag Reis mit einer Form von Hülsenfrüchten. Die Auswahl an Bohnen und Erbsen hier ist riesig.

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Ein typisches Mittagessen: Reis mit Spiegelei, einer Kochbanane, Linsen, Avocado, Pommes und Beilagensalat.

Oft wird außerdem frittiertes Fleisch dazu gegessen, aber als Vegetarierin in einem vegetarischen Projekt kann ich davon nur wenig berichten. Generell fällt aber auf, dass hier offener mit dem Anblick der toten Tiere umgegangen wird. Straßenhändler präsentieren ihre toten Schweine und Hühner offen und nutzen sie als Verkaufstaktik. Ich finde diese Art der Konfrontation besser als die Art, wie es in Deutschland gehandhabt wird, wo das Fleisch erst soweit verarbeitet wird, dass man nicht mehr erkennt, dass es sich um ein Tier handelt. So ist man sich seinem Konsum bewusster. Es gibt aber auch überraschend viele Vegetarier und Veganer hier in Ecuador und besonders in Mindo. So ist auch die Auswahl an vegetarischen Restaurants bemerkenswert.

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Aber nicht nur Fleisch wird frittiert. Eigentlich frittieren die Ecuadorianer alles – unter anderem Kochbananen und Yucca (einer der Kartoffel ähnlichen Wurzel). Zudem wird viel Käse verwendet, wobei die Käseauswahl um einiges geringer ist als in Europa. Mir hat noch keine der hier erhältlichen Arten wirklich zugesagt. Dazu wird teilweise Salat oder gekochtes Gemüse gegessen, wobei das Gemüse hier im Gegensatz zu den Früchten weniger intensiv schmeckt als in Deutschland.

Das Abendessen ist dem Mittagessen sehr ähnlich; hier wird mindestens zwei – wenn nicht drei – mal am Tag warm gegessen.

Die süßen Speisen sind unseren und den US-amerikanischen Spezialitäten ähnlich. Zum Beispiel gibt es in mehreren Cafés in Mindo Brownies, die aus selbst angebauten Kakao hergestellt werden. Diese sind unglaublich saftig und intensiv im Geschmack – einfach köstlich.

 

Generell gibt es viele Restaurants mit Gerichten aus anderen Ländern, wie Mexiko, Chile, aber auch den USA oder Italien.

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US-amerikanische Hamburger mit Pommes, dazu Ananassaft.

Alkoholische Getränke als Begleitung zum Essen sind hier eher unüblich. Jedoch ist die Cocktailauswahl beachtlich und man kriegt in den meisten Bars für einen niedrigen Preis einen sehr starken, sehr leckeren Cocktail.

Zudem ist der Konsum von süßen und salzigen Fertigprodukten von US-amerikanischen Herstellern vergleichsweise groß, was womöglich, zusammen mit dem extrem fettigen Straßenessen, zu der hohen Übergewichtsrate im Land beiträgt.

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Typisches Straßenessen – alles frittiert.

Mit dem Straßenessen sollten Europäer es lieber langsam angehen lassen. Das Frittierfett wird mehrere Tage lang benutzt und die mangelnde Hygiene kann zu Darmproblemen führen. So habe auch ich, obwohl ich nicht einmal Straßenessen gegessen habe, immer noch gesundheitliche Probleme aufgrund des Essens.

Abgesehen davon genieße ich das Essen hier sehr. Besonders in unserem Projekt ist es immer lecker, nahrhaft und gesund und – obwohl es wirklich jeden Tag Reis gibt – sehr abwechslungsreich. Außerdem macht es mir viel Spaß, all die unbekannten Früchte und Speisen kennenzulernen.

 

Kurztrip an die Küste

Letztes Wochenende war ein langes, da am Montag die Unabhängigkeit Guayaquils gefeiert wurde. Somit dachten wir uns, es würde sich lohnen, einen kleinen Urlaub an der Küste in einem Strandort namens Mompiche zu machen. Allerdings haben wir die Busfahrt schwer unterschätzt. Wir fuhren 8 Stunden hin und 12 Stunden zurück. Dies lag aber auch daran, dass wir teilweise unnötige Umwege gefahren sind, da es ziemlich schwer ist, die Busfahrt im Voraus zu planen und diese dann ebenso umzusetzen. Die Ecuadorianer sind bei solchen Dingen etwas entspannter. Manchmal macht es das einem (besonders als alles planende Deutsche) schwer, andererseits ist es durch die so entstehende Spontanität oft spannender und witziger und ich versuche etwas von der ecuadorianischen Gelassenheit anzunehmen.

Angekommen in Mompiche, waren wir uns auf jeden Fall einig, dass es den langen Weg wert war. Es ist ein kleines Fischerdorf direkt am Strand mit vielen pittoresken Hotels, Restaurants, Bars und Straßenständen, bei denen handgefertigter Schmuck verkauft wird.

Wir haben direkt eine ganz andere Mentalität und Lebensweise dort wahrgenommen. Die Touristen sind hauptsächlich junge Backpacker und Surfer, die Einheimischen ebenfalls hauptsächlich jung und alternativ und es scheint, als wären alle entspannt. Dies mag auch am für die Küste typischen Dialekt liegen, welcher ein wenig nuschelig ist und dadurch entspannt wirkt und daran, dass hier (wie unschwer am Geruch zu erkennen war) viel Marihuana geraucht wird.

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Eine Surferin und ein paar Fischer am Strand

Wir verbrachten den ersten Tag am Strand, welcher nur zwei Minuten von unserem Hostel entfernt war. Abends aßen wir super leckere Veggieburger und Pizza.

Unser Sonntagmorgen bestand aus einem Spaziergang, Yoga, lesen und einer Meditation am Strand. Dies war sehr entspannend.

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Morgendliche Meditation.

Dann fuhren wir mit einem Mototaxi, einem Motorroller mit einem Aufbau von zwei Sitzreihen hinten, zum schwarzen Strand. Die Fahrt war schon ein witziges Abenteuer und das Ziel war beeindruckend.

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Auf dem Mototaxi.

Der Strand war bis auf wenige Surfer ganz leer. Erst war es noch ein wenig bewölkt, was eine dramatische Atmosphäre erzeugte. Vor allem aber als kurz vor dem Sonnenuntergang alles golden angestrahlt wurde, herrschte eine magische Stimmung. Wir bewarfen uns mit dem nassen schwarzen Sand und wuschen uns in den hohen Wellen wieder ab.

 

An unserem letzten Tag genossen wir noch einmal ein leckeres Frühstück mit Strandblick bei Jorge, einem der  Restaurantbesitzer mit dem wir uns gut verstanden. Dann machten wir uns auf die gefühlt endlose Reise. Einen Vorteil haben die langen Busfahrten aber: Man hat Zeit für Dinge, die man sich sonst nicht nehmen würde. So zum Beispiel lesen oder einfach nur die Landschaft beobachten und dabei ein wenig nachdenken, planen und reflektieren. Zudem sind die Taxifahrten meistens sehr interessant, da wir bisher mit fast jedem Taxifahrer interessante Gespräche führten. Ob über Reiseorte, Politik oder die Geschichte Lateinamerikas – die meisten sind offen und interessiert an unterschiedlichsten Themen. Oft haben sie sogar studiert, aber finden keinen Arbeitsplatz in ihrem Berufsfeld und jobben deshalb als Taxifahrer.

Obwohl der Urlaub, und erst recht unser Aufenthalt, sehr kurz war, kam ich sehr entspannt und mit Energie für die nächste Arbeitswoche nach Hause.